Brotteig auf bemehlter Fläche mit Nudelholz

Zeit ist ein sehr wertvolles Gut heutzutage. Unterwegs ein schnelles Brot backen, dass mit viel Zeit zubereitet wurde. Klingt erstmal nach einem Widerspruch, ist es aber nicht. Wenn wir unterwegs sind auf Reisen, wollen wir viel sehen und uns nicht lange mit kochen und backen aufhalten. Warum soll der Teig 24 Stunden gehen? Ganz einfach, es schmeckt besser. Und besser bekommen tut es dir nachher auch. Glücklicher Weise, bedeutet das nicht mehr Arbeit für dich.

“In Zeiten, in denen unser Kopf über die Maßen beansprucht wird und unsere Hände mit ihren Fähigkeiten gerade einmal zum Antippen von Tasten benutzt werden, ist Brotbacken pure Therapie.” Plötz

Zeit ist die wichtigste Zutat

Zeit ist die wichtigste Zutat für ein perfekt gelungenes Brot. Deshalb muss man aber nicht viel mehr Zeit oder Arbeit hinein stecken. Der Teig kommt die meiste Zeit auch ganz wunderbar ohne uns aus. Zutaten zusammen mixen, stehen lassen, ab und an drehen und ziehen, wieder stehen lassen, in den Ofen – fertig. Je länger der Teig reifen kann, desto bekömmlicher wird das Brot und umso mehr Geschmack. Praktischer Weise kann die Hefemenge dadurch drastisch reduziert werden.

Ein schnelles Brot mit viel Zeit zubereiten. Es muss kein Widerspruch sein. So kannst du im Alltag des Reisens recht spontan dein Brot backen. Der Trick ist dabei so simpel wie komplex. Lass den Teig einfach 24 reifen. Also, heute den Teig mischen, dann ab und an von Hand durchwalzen und wieder ruhen lassen bis zum nächsten Tag. Dann kann der Teig in den Ofen. Ruck zuck (naja, innerhalb von knapp zwei Stunden) steht das frisch gebackene Brot auf dem Tisch. Ob der Teig dabei 20, 24 oder 30 reift, macht keinen wirklichen Unterschied.

Das Brot braucht Zeit um bekömmlich zu werden

Bei uns in Deutschland wird die Brotkultur groß geschrieben. Leider sinkt die Wertschätzung derjenigen, die das Brot essen und auch derer, die das Brot herstellen. Schnell, schnell muss alles gehen. Darunter leidet die Qualität des Brotes. Es wird schnell trocken, krümelig und schmeckt im besten Falle fade oder nach Pappe. Auch leidet der Darm, durch den das Brot nachher wandert. Das Mehl hat innerhalb von einer halben Stunde “Ruhezeit” eben keine Zeit, für unsere Verdauung aufgeschlossen zu werden.

Kein Wunder, meiner Meinung nach, dass viele Menschen mit dem Brot aus dem Supermarkt oder dem Backshop hadern, es oft nicht mehr vertragen oder einfach wissen möchten, was drin ist. Dabei ist der Trend zum selber machen ungebrochen. Gerade auf Reisen hat man doch die Zeit, im Van oder auf dem Segelboot, dem Teig die Ruhe zu geben, die man selber auch so dringend nötig hat.

Gibt man dem Brot aber Zeit zu ureifen, wie der Bäcker von Nebenan das früher noch getan hat, dann werden pflanzeneigene Giftstoffe abgebaut, Ballaststoffe können ausreichend lange mit dem Wasser verquellen und dem Darm später Gutes tun. Wenn die Hefe genug Zeit bekommt, vermehrt diese sich von allein und hat genügend Zeit, die Stoffe im Teig zu verstoffwechseln. Das Ergebnis ist ein überaus leckeres und sehr bekömmliches Brot. Es entsteht ein individueller Geschmack mit eignen charackteristischen Aromen. Ist nicht das, was wir alle wollen?